




Iphigenie in Aulis / Iphigénie en Aulide
Zum letzten Mal am 16.3. und 9.6.!
Tragische Oper in zwei Akten | Text von Marie François Louis le Blanc du Roullet nach Jean Racine (nach Euripides) | Fassung der Oper Leipzig in Anlehnung an Richard Wagner | Deutscher Text von Bettina Bartz und Werner Hintze
Gluck-Ring 2
Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden | Eine Pause
Der spannende zweite Teil des Leipziger Gluck-Rings führt uns in die Blütezeit der Antike. Die Helden in Brustpanzer und Toga schießen zwar noch mit Pfeil und Bogen, aber sie stellen schon die Weisheit der Götter in Frage. „Dürfen sie denn befehlen, dass ein Vater seine eigene Tochter auf dem Altar schlachtet?“, schreit Agamemnon auf. Gluck, der Dramatiker, wusste bei der Uraufführung 1774 genau, wie man ein Publikum von der ersten Sekunde an fesselt und nicht mehr loslässt. Er zeigt uns einen zutiefst zerrissenen Agamemnon, der nach außen hin den starken Oberbefehlshaber über die griechische Flotte gibt, aber im Privaten sich am liebsten wie ein weinendes Kind in die hinterste Ecke seines Zeltes verkriechen möchte. Denn was wird der junge, starke Achilles sagen, der so gut wie unverwundbar ist (bis auf jene kleine Stelle an der Ferse) und mit Iphigenie verlobt? Und wie soll er es seiner Frau Klytämnestra erklären, wie seinen Kindern Elektra und Orest? Wie seinem eigenen Herzen? Die schaurige Antwort ertönt sofort: „Blut soll fließen!“, schreien die Soldaten. Sie können es nicht abwarten, nach Troja zu segeln, um Beute zu machen. Nur, die Göttin Diana straft sie alle mit einer Flaute. Sie schickt keinen Wind für die Schiffe in Aulis – nicht, ehe Iphigenie geopfert wird.
Seit Richard Wagner diese Oper 1847 in Dresden in einer eigenen Bearbeitung für das Repertoire wiederentdeckte, eröffneten sich ihm und seinen Nachfolgern durch Gluck neue Wege des Musiktheaters. Wagner wusste sich im Geiste mit Gluck, dem Revolutionär der alten Oper, einig. Was hier auf die Bühne kommt, Grausames und Zärtliches, Ernstes und Witziges, beschönigt nichts, bewegt aber die Menschen damals wie heute.
»Bunt wie einen Comic hat Konwitschny inszeniert: Er setzt nichts und niemanden auf den Sockel, weder die Antike, noch den Opernreformer Gluck.«
Leipziger Volkszeitung
»Konwitschny nimmt dem Geschehen entschieden das Pathos, wenn etwa Iphigenie und Achilles sich wie ein altes Paar zanken, sich ent- und wieder verlieben. Hier gelingt der Spagat zwischen Tragik und Klamotte.«
Die Welt
»Der exquisiten Orchesterleistung stand ein entschiedener, deutlicher, klangfarblich reicher Opern- und Kinderchor zur Seite.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inszenierung
Musikalische Leitung Matthias Foremny | Inszenierung Peter Konwitschny | Bühne Jörg Kossdorff | Kostüme Michaela Mayer-Michnay | Choreinstudierung Alessandro Zuppardo | Einstudierung Kinderchor Sophie Bauer
Besetzung
Personen des Vorspiels: Homer Tomas Möwes | Gluck Helmut Klotz
Iphigenie Manuela Uhl | Klytämnestra Karin Lovelius | Diana Jennifer Porto | Achilles Mirko Roschkowski | Agamemnon Anooshah Golesorkhi | Kalchas James Moellenhoff| Arkas Andreas Reinboth | Chor und Kinderchor der Oper Leipzig | Gewandhausorchester
Pressestimmen
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»Bunt wie einen Comic hat Konwitschny inszeniert: Er setzt nichts und niemanden auf den Sockel, weder die Antike, noch den Opernreformer Gluck. …«
Leipziger Volkszeitung
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»Der exquisiten Orchesterleistung stand ein entschiedener, deutlicher, klangfarblich reicher Opern- und Kinderchor zur Seite. …«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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»Der exquisiten Orchesterleistung stand ein entschiedener, deutlicher, klangfarblich reicher Opern- und Kinderchor zur Seite. …«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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»Peter Konwitschnys Inszenierung geht einmal einen anderen Weg als den regietheaterüblichen: Er verlegt die Story nicht in einen Aufsichtsrat oder den Führerbunker, sondern belässt sie oberflächlich betrachtet in ihrer Zeit, macht aber gleichzeitig durch die knallige, Distanz kreierende Optik deutlich, inwiefern unser Antikenbild von Klischees und Wissenslücken geprägt ist. Das musikalische Niveau des Abends ist hoch. Das Gewandhausorchester zeigt sich in Bestform, spielt die Partitur … mit Leichtigkeit und Agilität, bleibt stets durchsichtig. Auch im Solistenensemble ist kein Troubadix, alle überzeugen sängerisch.…«
Leipziger Volkszeitung, 22.10.2010
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»Wie die Beeren unter der Sonne, so reifen die Töne in der Zeit. Der Dirigent Nicholas Kok lässt das Gewandhausorchester langsam den Klang aufreißen. Mit dem Anschwellen der Lautstärke nimmt auch die Schärfe zu. Und dann, wenn der Dissonanzgrad am höchsten ist, löst sich alles auf in Wohlklang: Die Töne fallen ab. Das ist erlesene, feine Kunst. So wird Musik zu einem schwebenden Glück. Das der Missgunst der Götter abgetrotzt ist.…«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2010
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»Konwitschny nimmt dem Geschehen entschieden das Pathos, wenn etwa Iphigenie und Achilles sich wie ein altes Paar zanken, sich ent- und wieder verlieben. Hier gelingt der Spagat zwischen Tragik und Klamotte.…«
Die Welt, 22.10.2010
Stückeinführung
Im Rahmen der Stückeinführung »Iphigenie in Aulis« am 09.06.2012 findet eine Projektpräsentation eines theapädagogischen Projekts „Götter und Helden“ mit den sehbehinderten Kindern der Vladimir-Flatow-Schule statt. Deshalb beginnt die Stückeinführung am 09.06.12 bereits 18.00 Uhr.
Im Anschluss an die Vorstellung am 09.06 .2011 laden wir zu einen Publikumsgespräch ein.