



Der Barbier von Sevilla / Il barbiere di Siviglia
Komische Oper in zwei Aufzügen | Libretto von Cesare Sterbini nach der Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais | In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Spieldauer: ca. 3 Stunden | Eine Pause
Rossinis „Barbier von Sevilla” ist eine der köstlichsten aller Belcanto-Opern. Der damals 23jährige Komponist schrieb die Partitur in nur 26 Tagen nach der gleichnamigen Komödie von Beaumarchais. Das mit einfallsreichen Absurditäten und frischer Situationskomik gespickte Libretto inspirierte Rossini zu einer spritzigen Musik voller eingängiger und raffinierter melodischer Einfälle und lebhafter Rhythmen. Mit seinen zündenden Ensemblenummern hob er die Opera buffa auf ein neues künstlerisches Niveau.
Regisseur Claus Guth findet für diese turbulente Oper einen besonders spannenden Zugriff: „Ich wollte die Distanz auf die Figuren vergrößern, um das Absurde hervorzuheben. Ich behaupte, es handle sich im ersten Akt zunächst einmal nicht um Menschen, sondern um Insekten, was die Musik mit ihrem Sirren, Flirren und Zischen fast schon illustriert. Das ist ein Kunstgriff, der mir einen spaßhaften, aber auch spannenden Blick darauf erlaubt, was ‚Menschen’ eigentlich antreibt”.
»In Gioacchino Rossinis zauberhafter ›Barbier‹-Musik flirrt und summt und rauscht es wie auf einer Frühlingswiese. Für Claus Guth und Christian Schmidt Grund genug, sie genau dort spielen zu lassen, diese poetische, erotische, elegante komische Oper. Die Frage, warum Graf Almaviva als verliebte Hummel Blütenstaub durch die Gegend wirft, Rosina als charmanter Schmetterling die Männer umschwirrt und der Figaro als flinke Fliege dafür sorgt, dass alles kommt, wie es soll, sie stellt sich gar nicht. So absurd das Gewimmel um den riesigen Blütenkelch auf den ersten Blick scheint, so selbstverständlich funktionieren die Typen Beaumarchais‘ mit Flügelchen. Zumal Guth selbst diese bizarre Versuchsanordnung immer wieder aufbricht durch charmante, absurde, idiotische Slapstick-Details.«
Leipziger Volkszeitung
Inszenierung
Musikalische Leitung William Lacey/ Anthony Bramall (10.3.) | Inszenierung Claus Guth | Bühne, Kostüme Christian Schmidt | Choreinstudierung Alessandro Zuppardo
Besetzung
Graf Almaviva Norman Reinhardt (14.1., 3.2.) / Timothy Fallon (10.3., 7.4.) | Figaro Morgan Smith / Gary Martin (14.1., 3.2.) | Doktor Bartolo Martin Winkler | Rosina Jean Broekhuizen | Don Basilio Milcho Borovinov | Fiorillo Andreas David | Berta Jennifer Porto / Romana Noack (3.2.) | Offizier Andreas Reinboth | Herren des Chores der Oper Leipzig | Gewandhausorchester
Pressestimmen
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»In Gioacchino Rossinis zauberhafter ›Barbier‹-Musik flirrt und summt und rauscht es wie auf einer Frühlingswiese. Für Claus Guth und Christian Schmidt Grund genug, sie genau dort spielen zu lassen, diese poetische, erotische, elegante komische Oper. Die Frage, warum Graf Almaviva als verliebte Hummel Blütenstaub durch die Gegend wirft, Rosina als charmanter Schmetterling die Männer umschwirrt und der Figaro als flinke Fliege dafür sorgt, dass alles kommt, wie es soll, sie stellt sich gar nicht. So absurd das Gewimmel um den riesigen Blütenkelch auf den ersten Blick scheint, so selbstverständlich funktionieren die Typen Beaumarchais‘ mit Flügelchen. Zumal Guth selbst diese bizarre Versuchsanordnung immer wieder aufbricht durch charmante, absurde, idiotische Slapstick-Details. …«
Leipziger Volkszeitung
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»Mit ungeteiltem Jubel hat das Publikum der gut besuchten Oper Leipzig die Premiere von Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ quittiert. So absurd das Gewimmel um den riesigen Blütenkelch auf den ersten Blick scheint, so selbstverständlich funktionieren die Typen Beaumarchais’ mit Flügelchen. Zumal Guth diese bizarre Versuchsanordnung immer wieder aufbricht durch charmante, absurde, idiotische Slpastick-Details. [...] Insekten also – ein Einfall, ein schöner, ein witziger. [...] Das Gewandhausorchester trimmt Andreas Schüller ganz auf Transparenz, Leichtigkeit, Subtilität. Fein flirren die Koloraturen, rauschen die Tremoli. [...] Ungeteilter Jubel.…«
Leipziger Volkszeitung, 08.06.2009
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»Diese Insekten-Schau wird wohl auch an der Oper Leipzig ein Dauerbrenner werden. Insekten? [...] Und doch funktioniert Rossinis musikalisch gut geölte, witzig abschnurrende Opera-Buffa-Maschinerie auch dann, wenn man sie als sommerlich leichtes Gewusel unter die Lupe des Insektensammlers nimmt. Das trägt als Idee, zumal nach der Pause das spielfreudige Ensemble auch mal – mit verblüffenden Verhaltensähnlichkeiten – in Menschengestalt auftaucht. Kafka verkehrt sozusagen. [...] Es gab viel Jubel in Leipzig. …«
Freie Presse, 09.06.2009
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»Mit hohem musikalischem Gespür entwickelt Claus Guth aus Rossinis Partitur seine Inszenierung. Dabei ist die detailfreudige, fast choreographische Personenregie, deren emsiges Treiben weder Stillstand noch Leerlauf kennt, über den Verdacht des Knallchargierens weit erhaben. [...] Claus Guths doppelbödig-subtile „Barbier“-Inszenierung beendet fulminant den Premierenreigen einer an Höhepunkten nicht armen Spielzeit. Zugute kam dies nicht nur der öffentlichen Wahrnehmung des Hauses, sondern auch der dringend notwendigen Erneuerung des Repertoires der Oper Leipzig, wozu der „Barbiere di Siviglia“ einen sicherlich zugkräftigen Beitrag leisten wird. Aber davon sollte man sich am Besten selbst ein Urteil bilden.…«
Der Neue Merker, 01.07.2009