



Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in drei Akten | Musik von Kurt Weill | Text von Bertolt Brecht
»Mahagonny« heißt die paradiesische Stadt, welche die Witwe Begbick mit ihren Kumpanen mitten im Nirgendwo errichtet. Hierher sollen Menschen kommen und ihr Geld ausgeben, um das zu finden, was sie Glück nennen. Jim Mahoney ist einer von ihnen. Er hat hart gearbeitet, um sich solch ein Leben leisten zu können. Hier trifft er Jenny, mit der er gern leben möchte. Vermutlich würde das Unternehmen der Begbick scheitern, wenn Jim nicht ein neues Gesetz der menschlichen Glückseligkeit finden würde: Dem Menschen sollen keine Grenzen gesetzt werden. Er soll alles machen dürfen und sei es, sich bis zum Platzen vollzufressen, exzessiv Sex zu haben, sich im Boxkampf als echter Mann zu beweisen oder sich bis zum Umfallen zu besaufen. Unter den neuen Bedingungen boomt Mahagonny und trägt seinen Gründern viel Gewinn ein. Jim aber hat das wichtigste Gesetz übersehen: Man darf nun zwar alles, muss es aber bezahlen können. Das kann Jim nicht. Er hat sein Geld schon ausgegeben. Da beginnt für ihn ein höllischer Albtraum …
Als politische Parabel und opernästhetischer Diskurs nach der Weltwirtschaftskrise entstanden, ist »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« noch immer eine genaue Analyse der Funktionsmechanismen menschlicher Zivilisation und eine entlarvende Bestandsaufnahme des Zustands menschlicher Beziehungen unter der Herrschaft des Marktes. Doch das Werk ist noch viel mehr: eine der erfolgreichsten Opern des zwanzigsten Jahrhunderts und ein unterhaltsamer Theaterabend von verblüffender Kraft und Aktualität. Die Uraufführung der Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« fand am 9. März 1930 im Neuen Theater in Leipzig statt und geriet zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik. Für die musikalische Leitung bei diesem traditionsbehafteten Werk zeichnet der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, Ulf Schirmer, verantwortlich.
Inszenierung
Musikalische Leitung Ulf Schirmer/ William Lacey (3.5., 6.5., 12.5.) | Inszenierung, Choreografie Kerstin Polenske | Kostüme Ingo Krügler | Choreinstudierung Stefan Bilz | Dramaturgie Marita Müller
Besetzung
Leokadja Begbick Karin Lovelius | Fatty, der »Prokurist« Martin Petzold (28.4., 3.5., 6.5., 12.5.)/Timothy Fallon (19.5.) | Dreieinigkeitsmoses Jürgen Kurth | Jenny Soula Parassidis (28.4., 3.5., 12.5.) / Marika Schönberg (6.5., 19.5.) | Jim Mahoney Stefan Vinke | Jack O´Brien Norman Reinhardt (28.4., 3.5., 12.5.) / Keith Boldt (6.5., 19.5.) | Bill, genannt Sparbüchsenbill Morgan Smith | Joe, genannt Alaskawolfjoe Matthew Anchel | Tobby Higgins Dan Karlström | Chor der Oper Leipzig | Gewandhausorchester
Stückeinführung
Zu allen Vorstellungen finden Einführungen jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Konzertfoyer statt.